Nordic Walking (3)

Laufteam Kassel e. V. startete mit einer Schulung zum Nordic Walking-Lehrer
Der  Verein „Laufteam Kassel e. V.“ hatte am vergangenen Wochenende eine Ausbildung zum Nordic Walking-Lehrer gestartet. Ausbilder war Prof. Dr. Kuno Hottenrott, Sportwissenschaftler an der Universität Halle-Wittenberg und Mitbegründer der Deutschen Nordic Walking Akademie, Gießen. Außerdem war Sascha Parotat-Kouril der Abteilungsleiter „Nordic Walking“ im Laufteam Kassel e. V. sowie der Beisitzer und Marathon-Pfarrer Dirk Stoll dabei. Die Teilnehmer kamen aus dem Laufteam Kassel, dem EAM Kassel Marathon, dem Crosslauf und dem privaten Walken.

Die Lehrinhalte, das Training und die Praxis haben die Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus den unterschiedlichsten Gründen und Motivationen erlernt und sich die neuesten Kenntnisse angeeignet, um diese an interessierte Menschen, die Nordic Walking erlernen möchten, weitergeben zu können. Eine Teilnehmerin möchte nach der Ausbildung ihre Herzpatienten an Nordic Walking heranführen und  trainieren, ein weiterer Teilnehmer möchte zukünftig Kinder zum Nordic Walking ermuntern, eine Hunde-Physiotherapeutin hat die Absicht, das Erlernte an Herrchen und Frauchen weiterzugeben, so dass man zusammen mit dem Hund walken kann.  Für mich aus dem Bereich der Naturheilkunde ist die Ausbildung vielseitig und gut einsetzbar und eine wertvolle Bereicherung für neue Ideen. Mit der richtigen Technik,  ausgeführt ist Nordic Walking eine toller und anspruchsvoller Sport und eine prima Präventionsmaßnahme, um fit und gesund zu bleiben, oder wieder fit zu werden. Bei dieser Sportart wird auf schonende Art und Weise  das Herz-Kreislauf-System und 90 % der Muskleln aktiviert und trainiert und das in schöner Natur und das bei "fast" jedem Wetter.

Es war eine tolle und lehrreiche Ausbildung bei der uns die Theorie, die Praxis und die verschiedenen Techniken in verständlicher Weise vermittelt wurde. Alle 7 Teilnehmer bekamen nach bestandener Prüfung ein Zertifikat.

Danke an die Veranstalter und ein riesen Dankeschön an "Kuno"!  und an die gesamte Gruppe!.... es war einfach toll :-) !

Weitere Informationen und auch den Bericht finden Sie unter: kassel-marathon.de. Walking-Trainer-ausgebildet

Nordic Walking....Eine gesunde Outdooraktivität

Sucht man für sich nach einer Ausdauer-Sportart im Freien denkt man dabei oft an Joggen. Allerdings ist man als Anfänger mit Joggen schnell überfordert und gibt mit seinen sportlichen Vorsätzen häufig wieder auf. Nordic Walking kann daher eine gesunde Alternative darstellen. Nordic Walking eignet sich für Einsteiger und Fortgeschrittene. Durch den Einsatz spezieller Nordic Walking Stöcke trainiert man neben der vorderen und hinteren Armmuskulatur auch Rücken und Beine.  Die schwungvollen Bewegungsabläufe trainieren das Herz und den Kreislauf, stärken die Muskeln, bringen den Stoffwechsel auf Trab und verbrennen jede Menge Fett. Wer seine Stöcke intensiv vor- und zurückschwingt, kräftigt den gesamten Körper, ganz besonders aber den Rücken, die Schultern und die Arme. Durch den Einsatz der Stöcke nimmt man "fast" automatisch eine gesunde Körperhaltung ein. Für Ungeübte, oder ältere Sportler geben die Stöcke einen guten Halt und Sicherheit beim schnelleren Gehen. Von Sportmedizinern wird Nordic Walking als wenig verletzungsanfällig, moderat und effektiv eingeschätzt. Wer Nordic Walking regelmäßig betreibt, kann seine Ausdauer trainieren und so alterstypischen Krankheiten vorbeugen, zu denen Diabetes, Rückenschmerzen und Bluthochdruck gehören. Möchten Sie die Sportart neu erlernen, sollten Sie klären, ob aus ärztlicher Sicht etwas dagegen spricht und dann an einem Einsteigerkurs teilnehmen.

Eine Reise zurück in die Jugend

Auf meinem Weg mit dem Auto durch Nordhessen habe ich heute einen schwer bepackten Wanderer überholt. Ich fuhr etwas langsamer an ihm vorbei. Die Straße war stark befahren. Er lief in Fahrtrichtung, so dass er den Verkehr von hinten nicht sehen konnte bzw. nicht sehen wollte, wie sich später heraus stellte. Gut ausgerüstet, lief er mit einem großen Stock und einem schwer aussehenden Rucksack bei ca. 29 Grad die Bundesstraße entlang. Im Rückspiegel habe ich diesen Mann als etwas älter, sehr rüstig, kräftig, seriös + sympathisch eingestuft. Schnell habe ich also überlegt wo ich auf dieser schmalen Bundesstraße anhalten konnte, um ihn zu fragen, ob ich ihn mitnehmen kann. So eine Wanderung bei der Hitze, in dem Alter und auf der Bundesstraße entlang, stellte ich mir sehr anstrengend vor. Ich fand eine Einbuchtung und hielt an. Er hat sich bedankt, dass ich gewartet hätte, bis er am Auto war. Mitfahren wollte er aber nicht. Er meinte ganz freundlich: "Es geht schon, ich laufe noch etwas." Danke! Ich fragte ihn, wo er denn noch hin wandern möchte. Er erzählte mir, er sei 66 Jahre, kommt von der Nordsee und will zur Zugspitze wandern, da wäre er schon einmal als Kind gewesen.


Von Friesoythe zur Zugspitze Ich stand sprachlos und voller Respekt an der Bundesstraße und hörte ihm zu. Die vorbei fahrenden Laster und anderen Autos, der Straßenlärm und Staub spielten keine Rolle mehr, so spannend fand ich seine Erzählung. Eine fantastische Geschichte von einem sehr netten und sympathischen Menschen. Er erzählte knapp und kurz von einigen seiner bisherigen Erlebnisse und Gegebenheiten. Ich denke, ich habe nur einen kleinen, winzigen Bruchteil seiner Wanderschaft gehört. Am 17. Juni ist er von Friesoythe an der Nordsee gestartet, läuft täglich ca. 25 km. Er hatte mal einen eigenen Friseurladen, den hätte er verkauft und was soll er denn jetzt auf der Couch rum sitzen, fragte er mich. Er bräuchte nichts Materielles mehr im Leben, hätte alles gehabt und wollte auch nichts mehr. Es käme ihm nicht auf`s Geld an. Er war viel gereist in seinem Leben, hätte viel erlebt und gesehen. Auf Gran Canaria war er auch einige Zeit und noch in anderen Ländern. Nicht dass ich meinte, er wäre jetzt auf dem Jakobsweg ....Nein, Nein.... er ist zur Zugspitze unterwegs, das betonte er noch einmal.  Er war dort als kleiner Junge mit seinem Vater und dort wollte er gerne noch einmal hin. Wie ganz selbstverständlich und als das Normalste auf der Welt erzählte er von dieser Wanderung. Er zog seinen schweren Rucksack vom Rücken und kramte kurz darin und holte dann ein altes schwarz/weiß Foto heraus. Auf dem war er als kleiner Junge auf der Zugspitze zu sehen. "Da will ich wieder hin, meinte er".

Er erzählte dann, dass er bis jetzt 4 Autobahnen hätte überqueren müssen und dass er unterwegs kaum noch eine Pension zum Übernachten findet oder Gaststätten wo man einkehren könnte. Alle wären ja geschlossen, oder werden nicht mehr betrieben. So hätte man es als Wanderer schwierig, eine Unterkunft zu finden. Er hätte aber ein Zelt dabei und so wäre er unabhängig. Viele Autofahrer würden ihm den Vogel zeigen und Grimassen ziehen, wenn sie ihn auf der Straße sehen. Also läuft er lieber zur Fahrtrichtung, so muss er nicht in die schimpfenden Gesichter schauen. Er möchte doch lieber die schöne Gegend genießen, das gibt ihm mehr. Es gibt so schöne Landschaften, erzählte er. Er reichte mir seine Visitenkarte und nannte mir seinen Blog, wo er ab und zu (falls er Internet hat) über seine Reise berichtet. Ich sagte zu ihm, dass sein Rucksack sehr schwer aussieht, ich sollte den Rucksack mal anheben, es war mir nicht möglich, so schwer war er. Als wären Backsteine drin. Unglaublich, dass man(n) mit so einer Last laufen kann und das bei den Temperaturen. Ich fragte ihn, ob ich ein Foto von ihm machen dürfte. Gerne sagte er. Auf meine Frage, ob Medien von ihm wüßten, sagte er, Nein....mein Sohn weiss Bescheid und sonst keiner. Ob er keine Angst hätte, fragte ich ihn, er fragte zurück: "Wovor soll ich Angst haben?"

Im Rückspiegel hatte ich ihn vorher als seriös und sympathisch eingestuft dieses Gefühl hatte sich beim Kennenlernen schnell bestätigt, dass ich dann aber so einen einzigartigen, tollen Menschen kennenlernen durfte, damit hätte ich nicht gerechnet! Wir haben uns noch eine Weile weiter unterhalten, einige vorbeifahrende Autofahrer schauten uns komisch an, was wir wohl dort veranstalten, bis ich dann auch "leider" weiterfahren musste. Er wollte  in meine Richtung, evtl. an den See und dort im Zelt übernachten. Ich fragte ihn, ob ich ihn mitnehmen kann,  aber er vereinte noch einmal ganz freundlich. Viel Glück wünschte ich ihm noch und alles Gute auf seiner tollen, spannenden Reise durchs Leben.......Er zog -ohne Hilfe- seinen schweren Rucksack auf den Rücken und dann wanderte er weiter... Stück um Stück Richtung Zugspitze . Ich schaute noch im Rückspiegel nach ihm und dachte schmunzelnd :....mit 66 Jahren fängt scheinbar wirklich das Leben an !

Am 31.07.2015 nach ca. 772 Kilometern zu Fuß, ist Herr Werner an seinem Ziel angekommen !

Er schreibt in seinem Reisebericht: 

"Blick nach oben, der erste Gedanke, das schaffst du nie. Leichte Stärkung, Rucksack auf und hoch. Die erste Hälfte schwierig, der Rest an Seilen im Klettersteig. Um 11.10 Uhr, es ist geschafft, der Berg bezwungen, meine erste richtige Bergbesteigung. Super Sicht, einen richtig schönen Tag erwischt. Trinke noch einige Radler mit meinen Mitstreitern, es stören nur die tausenden Touristen und der zubetonierte Gipel.

Bedanken möchte ich mich, als erstes bei dem Herrn dort oben, das ich die Reise ohne irgendwelche Schäden überstanden habe. Ich wundere mich selbst, eine Einzige Blase am Fuß, keine Wadenkrämpfe,Muskelkater,Gelenkschmerzen oder sonstiges. Danke auch an Frederike und Jan, das sie so viel Verständnis für diese Tour hatten.

Meinen treuen Begleiter,der Wanderstab, er war auf der ganzen Reise sehr hilfreich. Meine Ausrüstung, die ausgezeichneten Schuhe von “HanWag”, der Hut von “Scippis”, das Zelt von “Robbens”, usw. Sie alle waren Spitze. Danke auch an alle, die Gedanken und Worten meine Reise begleitet haben.

Bis bald Euer Udo."

- Ich werde mir in den nächsten Tagen, Mittenwald,Oberammergau,Kloster Ettal und die Gegend ansehen .......-

Hier geht es zum Blog von Herrn Werner http://udoswelt.tumblr.com/

                

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Ein Quantum Glück

Martina Sachs

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Mitglied:   Natur und Medizin e.V.